Als bekennender Fan von Kopfbahnhöfen und Vater eines kleinen Eisenbahnfans habe ich bei meinem letzten Valencia-Aufenthalt dem (ehemaligen) Hauptbahnhof einen Besuch abgestattet. Es handelt sich um einen meines Erachtens sehr schönen Bahnhof, der 1917 fertiggestellt wurde. Leider ist der als Estació del Nord bekannte Bahnhof nur noch theoretisch der Hauptbahnhof der Stadt, da der spanische Schnellzug AVE (Tren de alta velocidad), der die großen spanischen Städte miteinander verbindet, auf der europäischen Spurweite fährt und daher von einem eigenen Bahnhof aus verkehrt. Die üblichen Gleise in Spanien und Portugal haben eine breitere Spurweite als im restlichen Festlandeuropa: 1668 mm gegenüber 1435 mm (mehr Infos hier). Der Schnellzugbahnhof trägt den griffigen Namen Valencia Joaquin Sorolla und sieht in etwa so aus wie das einst in Tübingen geplante Bahnbetriebswerk. So weit ich das beurteilen kann, fahren von der Estació del Nord heute nur noch Regionalzüge.
Besonders schön sind die in der Schalterhalle angebrachten guten Wünsche in verschiedenen Sprachen.
Zwei der holzverkleideten Ticketschalter waren trotz der zahlreich aufgestellten Fahrscheinautomaten geöffnet.
Überall fallen die speziellen Uhren auf. Im Nebenraum sind valencianische Szenen mit bemalten Kacheln gestaltet.
Ein Zug fährt ein. Neben den Gleisen: Häuser der selben Bauzeit.
Während sich Eltern in metereologisch benachteiligten Breiten um kreative Lösungen bemühen muss, wie man den Nachwuchs davor bewahren kann, jetzt endgültig die väterliche CD- und Schallplattensammlung in Lego- und Bauklötze-Konstruktionen miteinzubeziehen, können die GenossInnen in südlichen Gefilden ihre lieben Kleinen ganzjährig auf den säuberlich mit Kunstrasen ausgekleideten Spielplatz geleiten und sich dortselbst eine heiße Schokolade mit Süßkram schmecken lassen. Hmmm! Denkste! Bei sanften 18 in der zweiten Dezemberhälfte kann es diesen bemitleidenswerten Leidensgenossen geschehen, dass sie am geschlossenen Tor zum größten Park der Stadt von einem lieblos mit OpenOffice Writer auf Valencianisch geschriebenen Schild rüde abgewiesen werden, auf dem steht: Park geschlossen wegen meterologischen Alarms.
Ja nun. Was bleibt einem da? Müssen sie halt ins Möbelhaus oder an den Strand, die pares valencians...
Dieser lieblosen Stadtverwaltung empfehle ich mal einen Kuraufenthalt an der Nordsee. Egal zu welcher Jahreszeit.
Man beachte den grauen Himmel und die sturmgebeugten Bäume.
Park und Straßen stehen verlassen - eigentlich nur Park.
Es gibt ja viele Bereiche, in denen man Spanien (Valencia) und Deutschland (Tübingen) miteinander vergleichen kann: Bierkultur, Fußball, ÖPNV... Für hauptamtliche Eltern drängt sich allerdings vor allem der Vergleich der Spielplatz - Situation hier wie dort auf.
Zunächst einmal muss man zugestehen: in Valencia gibt es deutlich mehr Spielplätze als im ach so familienfreundlichen Tübingen. Diese finden sich an den verschiedensten Orten: an U-Bahn-Haltestellen, in Straßenecken und vor allem zwischen den typischen großen Häuserblocks. Besonders wichtig aber und in meinen Augen die beachtlichste Spielplatz - Innovation: fast immer befindet sich direkt daneben eine Bar! In Deutschland muss man für einen solchen Service schon ein Waldheim oder ein Naturfreundehaus aufsuchen - in Tübingen gibt es sogar Spielplätze ohne Bänke! Was drückt das für ein Elternverständnis aus?!! Dabei ist es keineswegs so, als würden spanische Eltern ihren Zöglingen weniger besorgt hinterher rennen als deutsche, eher im Gegenteil. Dazu besteht andererseits aber in Spanien deutlich weniger Anlass, da sich 90 % der Spielplatzgeräte an Kinder richtet, die gerade erst krabbeln gelernt haben. Zudem sind Spielplätze entweder mit einem fröhlichen Tartanboden oder kratzigem Kunstrasen ausgelegt - so ist der Boden nicht zu hart und v.a. werden die lieben Kleinen nicht schmutzig! Sand - vom Strand! - ist schließlich der natürliche Feind der spanischen Hausfrau.
Kurioses Spielplatzverbotsschild 1: (Tübinger) Mütter, zieht eure High Heels aus!
So kann man schließen, dass für Eltern von kleinen Kindern der Spielplatz - Aufenthalt in Spanien relativ entspannt sein könnte: bei geringer Verletzungsgefahr und Orxata amb fartons oder Chocolate con churros. Andererseits ist es wohl doch auch schon bald recht langweilig für die etwas größeren Kinder, die vermutlich nichts gegen längere Rutschen, Seilbahnen und Wasserspiele einzuwenden hätten.
Fußball gespielt wird übrigens trotz der Verbotsschilder.
Kurioses Spielplatzverbotsschild 2: Bloß nicht Fußballspielen!
Der Spanier "an sich", wie Franz Beckenbauer sagen würde, gilt bekanntlich als stolz. Ob das immer so stimmt oder nicht, sei mal dahingestellt. Auf jeden Fall ist die spanische Bierindustrie stolz auf ihr Produkt: folgendes Plakat wurde gesehen in der Toilette einer Bar in Valencia/Benimaclet:
Der Bierverbrauch in Spanien hat 27,1 Millionen Hektoliter erreicht, wodurch sich der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch auf 60 Liter im Jahr beläuft. In Bezug auf die Produktion bedeuten die 25 852 125 im vergangenen Jahr produzierten Hektoliter, dass Spanien in Europa hinter Deutschland und Großbritannien der drittgrößte Bier-Produzent ist und der neuntgrößte weltweit. Die am meisten nachgefragten Sorten in diesem Zeitraum waren die Biere "Extra" und "Spezial" mit 48 % und das Bier "Normal" mit 38 %. Alkoholfreies Bier erreichte einen Marktanteil von 7 %, was bedeutet, dass Spanien das Land mit dem höchsten Verbrauch von alkoholfreiem Bier in der EU ist, und der Verbrauch steigt weiter. 78 % der Behälter werden wiederverwendet oder recycelt. Die Bierindustrie sorgt für 8500 direkte Arbeitsplätze und für weitere 150 000 indirekte (Landwirtschaft, Gastronomie, Ernährung). Jetzt wo du etwas mehr darüber weißt, was du gerade absonderst: bestell noch eins!"
Ein VW Golf hat eine Höhe von 1,45 m,
ein Peugeot 407 von 1,48 m,
ein Porsche Cayenne (Typ 92A) von 1,70 m.
Ein Linienbus, z.B. der Citaro von Mercedes Benz, ist 3,12 m hoch, ein Reisebus, z.B. der Travego von Mercedes Benz ist 3,71 m hoch.
Bei einem LKW lässt sich das so einfach nicht sagen, weil bei einem Sattelzug der Anhänger meist höher ist als der Sattelschlepper. Die größte zulässige Höhe beträgt aber in Europa für Nutzfahrzeuge 4 m (vgl. StVZO).
Von deutschen Brücken kenne ich die Höhenanzeige auf einem Schild einige Meter vorher, das berühmte Zeichen 265
In Spanien habe ich folgendes Phänomen beobachtet: unterschiedliche Höhenanzeigen für die jeweilige Fahrspur:
Ganz abgesehen davon, dass vermutlich selten ein Fahrzeug überhaupt diese Höhe erreicht, stelle ich es mir extrem lustig vor, wie der Schwerlasttransporter, der ein Flugzeugteil oder so etwas Ähnliches transportiert und damit eine Höhe von 5,80 m erreicht, auf einmal mit quietschenden Reifen auf die rechte Spur 'rüberzieht, um nicht die Brücke mitzunehmen...
Über lauschige Gassen gespannte Wäscheleinen gehören zu den beliebtesten Urlaubsfotomotiven im mediterranen Raum. Um die Wäsche vom Balkon oder vom Fenster aus in die Mitte der Straße zu bewegen, wurden über die Jahrhunderte sogar komplizierte Seilzug - Konstruktionen erfunden.
In Valencia, seit elf Jahren meinem Hauptreiseziel, habe ich nach meiner Erinnerung noch keine über die Straße gespannte Wäscheleine gesehen. Dafür lernte ich in diesem Sommer eine ähnlich beeindruckende Innovation kennen: das Gebäude, in dem unsere Wohnung untergebracht ist, ist um einen ziemlich kleinen runden Innenhof herumgebaut. Jede Wohnung verfügt über einen Zugang zu diesem Hof,
Hätt' ich ein Auto, führ' ich zum Baumarkt, kauft' ich Haken und Leine, angelte ich das Wäschestück.