Montag, 2. Februar 2015

Tatortkritik: Freddy tanzt

Die Tatortkritik ist wahrscheinlich eines der beliebtesten Blogger- (und Twitter-) Themen überhaupt. Also warum nicht.
Dabei scheint es vor allem darum zu gehen, bissige Kommentare auf scheinbar pointierte, meist jedoch schlicht verkürzende Weise abzugeben - vgl. Twittritik und Zeitonline-Tatortkritik. Richtig gesehen wurde die Bedeutung des Tatort-Gebäudes; nicht gesehen wurde, dass es im Kölner Tatort 'Freddy tanzt' natürlich um die Gegenüberstellung zweier Gebäude ging, nämlich des vielfach im Bild zu sehenden Tatorts Nr. 77a und des Hauses, in dem Kommissar Ballauf (übrigens auch aus meiner Sicht trotz des Titels mit der dynamischeren Rolle) lebt. Während die Bewohner in Nr. 77a einander kennen - und, wie wir erfahren, auch decken - , ist Ballaufs Haus die Rolle des anonymen Großstadtbunkers zugedacht, wie der Provinzler ihn sich vorstellt und fürchtet. Interessant ist aber der Gegensatz zum Tatort-Gebäude: trotz der dort gelebten Anonymität, oder, wie Ballauf sagt, Toleranz, trägt man einander die Koffer durchs Treppenhaus und leistet Massagedienste. Es stellt sich die Frage, ob das Opfer, von dem wir leider nicht erfahren, ob er Rachmaninovs drittes Klavierkonzert je gemeistert hat, hier mehr Unterstützung erfahren hätte.



Schade, dass Freddy Schenks Wohnverhältnisse nicht gezeigt wurden.

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